6. Wiener Woche
STEFAN FENT
Pretty Women Revisited 
Theater Phönix

Der Student Freddie wurde von seiner Freundin verlassen. Eines Abends am Wiener Gürtel spricht er die junge Prostituierte Jennie an. Jennie arbeitet schon seit einiger Zeit im Milieu, aber sie träumt immer noch von ihrem persönlichen „Richard Gere“. Freddie führt Jennie in ein Hotelzimmer, von dem aus man direkt in die Wohnung der Exfreundin sehen kann. Nachdem Jennie ihm einen langgehegten sexuellen Wunsch erfüllt hat, unterbreitet er ihr einen mörderischen Plan ...

Der Autor und Schauspieler Stefan Fent, geboren 1980 in Salzburg, erzählt von zwei radikalen Romantikern, die entlang gesellschaftlicher Grenzen ihre Phantasien ausleben – bis sich die Rollenspiele irgendwann nicht mehr vom echten Leben unterscheiden lassen und keinen Schutz mehr bieten. Sozusagen Hollywood à la Arthur Schnitzler.

Es inszeniert die junge Regisseurin Annette C. Daubner, die an der Universität Gießen „Angewandte Theaterwissenschaft“ studiert und mehrfach, vorwiegend mit eigenem Textmaterial, am Theater Rampe inszeniert hat.


Pressestimmen:
Gescheiterte Hoffnungen, keimtote Gefühle
Hemmungslose Begegnung
Im Anfang steht das Scheitern einer Beziehung. Freddie, der Verlassene, begegnet der Prostituierten Jenny. Zwei grundverschiedene Menschen, die eins verbindet: das Verdrängen. Stefan Fent (auch Autor des Stücks!) ist ein Träumer, der sich aufbäumt gegen das bittere Erwachen, Lisa Fuchs die Abgebrühte, die ihre Gefühle für keimtot erklärt und doch auf eine Rettung à la Pretty Woman hofft. Um mit dem Ex auch seinen Schmerz auszumerzen, überredet Freddie Jenny zu einem Mordkomplott.
Das Stück erzählt, wie aus Enttäuschung Aggression wird, die sich jedoch allzu lautstark und penetrant entlädt. Frontenwechsel: Als in Jenny der Traum von Liebe erwacht, weist Freddie sie mit keimtötender Härte zurück. Aufwühlend hemmungslos geht das Stück unter der Regie von Annette C. Daubner unter die Haut, die beim Publikum etwas dicker sein sollte. Respekt den mutigen Darstellern, die sich im intimen Saal die Seele aus dem Leib spielen.
(Karin Schütze, OÖN, 03.04.2008)


„Pretty Woman Revisited“ im Studio Life des Linzer Phönix:
Eine hochexplosive Erotik-Stunde
Das Linzer Theater Phönix hat einen neuen Raum (wieder-)erschlossen. Man nennt ihn „Studio Life“, und hier wird in intimer Atmosphäre ein hochexplosiver Erotiktalk geboten. Pretty Woman Revisited stammt vom jungen Autor Stefan Fent. Er steht selbst als Schauspieler auf der Bühne und heizt sich mit seiner Gespielin auf.
Schauplatz Wiener Gürtel: Der liebeshungrige Student Freddie (Stefan Fent) spricht die Prostituierte Jennie (Lisa Fuchs) an. Das derbe, aber nicht minder aufregende Liebesgeplänkel holt so manche erotische (Wahnsinns-)Vorstellung in die Köpfe. Auch Freddies Phantasie hält mit, bis er sich als Versager outet. Immerhin hat ihn seine große Liebe verlassen. Das hält so einer wie er nicht aus, das bringt ihn um. Oder? Vielleicht soll lieber die Ex sterben? Er überredet Jennie, das Mordkomplott durchzuführen, immerhin würde er sie dafür heiraten …
Regisseurin Annette C. Daubner umreißt mit Freddie und Jennie ein Paar, das sich über gewerblichen, also völlig unverbindlichen Sex näher und näher kommt. Plötzlich mischen sich Gefühle ein, Lebensängste tauchen auf, die jeder mit Träumen bekämpft. Dabei verlieren sie immer nur kurz aus den Augen, dass solche Träume unerfüllbar sind. Gewaltige Gefühle gebändigt in Sprache, mutige Regie, bestes Schauspiel!
(Vera Rathenböck, Krone, 03.04.2008)


www.wienerwoche.de

Mitwirkende
Stefan Fent, Lisa Fuchs
Leitung: Annette C. Daubner

Veranstaltungsort: Bühne

 

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