ERNST STANKOVSKI
Keine Spur von Literatur
Eine Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Universität Tel AvivDie goldenen zwanziger Jahre werden, Revue auf – Revue ab, immer berlinerisch interpretiert.
Kurt Tucholsky, Kate Kühl, Klabund, Erich Kästner, Trude Heesterberg, Rudolf Nelson, Claire Walddoff, Friedrich Hollander, Marlene Dietrich...von Kopf bis Fuß...
„Ausgerechnet Bananen“, „Ich küsse Ihre Hand, Madame“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Ich hab´ das Fräul´n Helen baden sehn, das war schön“, „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt“, „Es geht die Lou lila, von Kopf bis Fuß bis Schuh lila“; „was machst du mit dem Knie lieber Hans“, „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“, „In einem kleinen Cafe in Hemals“, „Da nehm´ ich eine kleine Zigarette“, „Drunt in der Lobau“, „Ich muss wieder einmal in Grinzig sein“, ja sogar „Auf der Heide blühn`n die letzen Rosen“ und „ich hab´ mein Herz in Heidelberg verloren“... das alles kommt aus Wien.
Wann holt dieser Mann eigentlich Luft? Und dann dieses Riesengedächtnis: fast schon ein Wunder: Schlag auf Schlag kommen die geistreiche Pointen bei Ernst Stankovskis Cabaret- Abend. Sein Motto: „Keine Spur von Literatur“. Sein Ergebnis: Keine Spur von Langeweile. Das Erlebnis: eine höchst vergnügliche Höllenfahrt.

