ERNST KONAREK
In welcher Sprache träumen Sie? Im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen
70 Jahre ist es her, dass Zehntausende besoffen im Nationalrausch am Wiener Heldenplatz „Sieg Heil!“ brüllten, als der GRÖFAZ „derrr Geschichte den Anschluss soiner Heimat an das Deutsche RRReich meldete.“
Das große nationale „Reinemachen“ begann.
Etwa 1200 Schriftsteller - die Hälfte aller damaligen österreichischen Autoren - wurden zum Schweigen gebracht, vertrieben, ermordet.
Glücklich der, der ein Exil fand.
Glücklich?
Das nackte Überleben erkämpft, erschlichen, erkauft, erbettelt.
Und -
„Sie haben mir meine Sprache genommen...!“
Die Existenz. Die Identität.
Noch schlimmer: Abscheu gegen die Muttersprache.
Herbert Kuhner, 1940 aus Wien in die USA emigriert:
„In welcher Sprache träumen Sie?
Ich träume englisch
Ich tagträume französisch
Meine Albträume sind deutsch.“
Ich möchte sie zu Wort kommen lassen, nicht nur die bekannten wie Max Brod, Theodor Kramer, Erich Fried, auch die anderen, die kaum jemand gelesen hat, die zu unrecht durch den raster gefallen sind, wie Dworje Fogel, Mendl Nejgreschl, Ernst Waldinger und und und.
Manche ihrer Gedichte klingen „als wären sie im Kopf gesungen, hinter verschlossenen Lippen.“
Ernst Konarek
Von und mit: Ernst Konarek
Harfe: Maria Stange
Veranstaltungsort: Bühne

